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Website-Art wählen ist wie Monopoly spielen

Monopoly

S. Hofschlaeger | Pixelio

Dieser Artikel behandelt die Wahl des Website-Typs auf eine ganz andere Art und Weise, denn Websites erstellen ist wie Monopoly spielen: Erwartung von Spaß und Gewinn, langwieriger Verlauf und am Ende sind von zwei bis acht Spielern sieben enttäuscht.

Spielbeginn – die Wahl der Website

Jeder Spieler erhält 1500,–€ Startkapital. Bitte wähle zunächst eine Website, die du aufbauen möchtest, als Spielfigur. Der jüngste Spieler beginnt das Spiel, indem er auf seine Website klickt.

Der Spielverlauf – welche Website gewinnt?

Das Spiel beginnt, du versuchst nun dein Website-Monopol aufzubauen um zu gewinnen.

Online-Shop

Mit dem Online-Shop startest du ins Spiel. Du hast dir eine Strategie überlegt: Sich auf alle Straßen einer Farbe spezialisieren, diese schön durch Häuser und Hotels ausbauen und warten, bis jemand auf ihnen landet. Du legst viel Wert darauf, dass alles hübsch aussieht. Schnell gelingt dir dies auch. Du hast die Seestraße, die Hafenstraße und die Neue Straße erworben.

Doch es hakt. Zwar erhälst du ab und an Besucher, aber das Geschäft will nicht so recht florieren. Hättest du doch eine andere Website wählen sollen? Wirf am besten einen Blick ins Lösungsbuch.

Website um Geld zu verdienen

Du setzt dir einen schwarzen Hut auf und los gehts. Hier und da wird eine Straße gekauft, von Hotels hälst du nicht viel, denn es gilt: Wenn du alle Straßen besitzt, kann auch niemand anderes ein Hotel bauen.

Deine Mitspieler halten von deiner Strategie nicht viel, sie müssen zwar nirgends hohe Mieten zahlen, sind aber doch sehr genervt. Schließlich trifft dich das Schicksal hart:

Gehe in das Gefängnis. Begib dich direkt dorthin. Gehe nicht über “Los”. Ziehe kein Gehalt ein.

Was tun?

Informationsseite

Auf “Los” startet das Spiel. Intuitiv kaufst du Straßen, die dir attraktiv erscheinen. Am Anfang läuft es sehr schleppend für dich. Doch bald hast du ein größeres Vermögen als die Geldverdienen-Website. Dich verwundert es fast schon, dass die Bahnhöfe, die du im Laufe des Spiels nach und nach aufgekauft hast, nun Einnahmen abwerfen. Eine Lage, die dich hoffen lässt.

Zwar glaubst du nicht, dass du gegen das Community-Portal eine Chance hast, doch bist du zuversichtlich. Dir gefällt das Spiel! Warum?

Community-Portal

Du hast das Community-Portal gewählt und hast eine geniale Idee. Die Schloßallee muss her! Sofort beginnst du zu rechnen und zu überlegen. Wie ist das am besten zu schaffen? Schließlich bist du dir sicher, dass es mathematisch fast unmöglich ist, in der nächsten Runde nicht auf der angestrebten Straße zu landen. Nebenbei hattest du die Würfelergebnisse dokumentiert.

Doch dann fällt dir ein, dass direkt neben der Schloßalle eine Zusatzsteuer fällig ist. Du beginnst zu zögern. War das wirklich der richtige Plan?

Präsentationsseite

Die Präsentationsseite muss es sein, klarer Fall. Jetzt noch die hellblauen Straßen dazu. Die sehen schließlich super aus. Während des Spiels erzählst du all deinen Mitspielern von deiner Arbeit.

Nach einer Weile gelingt es dir endlich die noch fehlende Chausseestraße zu erwerben. Du bittest nun all deine Mitspieler diese zu besuchen, doch die lächeln dich nur müde an. Du bist irritiert. Hast du das Spiel etwa falsch verstanden?

Das Lösungsbuch – wie spielt man mit welcher Website?

Ein Haufen Geld

Uwe Steinbrich | Pixelio

Wenn man in einem gewöhnlichen Spiel ins Lösungsbuch schaut, ist das eine Schmach. Der Sieg, selbst wenn er einträte, wäre nichts mehr wert. Beim “Art-der-Website-wählen-Monopoly” ist das aber anders – hängt wahrscheinlich mit dem Paarungsverhalten des neuguineanischen Papuapythons zusammen.

Wie dem auch sei, wir machen uns dies zu Nutze:

Online-Shop

Einen funktionierenden Online-Shop aufzubauen ist eine gute Idee. Doch kannst du nicht davon ausgehen, ohne weiteres Erfolg zu haben, schließlich tun dies viele Andere im Web auch.

Werbung muss von Anfang an mitberücksichtigt werden. Dazu hat man einige Möglichkeiten: Von den verschiedenen Arten von Werbung im Internet, über Suchmaschinenoptimierung, bis hin zu Affiliate-Marketing.

Vielleicht wäre auch ein Blog mit vielen Besuchern über Social-Media-Kanäle wie Facebook sinnvoll? Doch Achtung, das ist kein Selbstläufer und funktioniert auch nicht überall. Hier gilt: Informieren, Konzept aufbauen und umsetzen. Entweder persönlich oder per Auftrag.

Website um Geld zu verdienen

Cowboy

rebel | Pixelio

Zurück auf Los. Ganz falscher Ansatz.

Natürlich kann man mit Websites auch Geld verdienen, allerdings sollte man seine Website als Produkt betrachten: Zunächst wird ein Produkt entworfen. Dabei wird natürlich berücksichtigt, ob es rentabel ist. Rentabel ist ein Produkt nur, wenn Nachfrage danach herrscht.

Also zuerst eine Website wählen, dabei berücksichtigen, dass sich der ganze Prozess hinziehen kann, es muss ein Thema sein, mit dem man sich länger beschäftigen kann. Erst danach über das Geld verdienen nachdenken.

Drauf los spammen kann auch funktionieren, allerdings braucht man immer Benutzer. Die mit guten Websites zu bekommen ist schon schwierig genug, mit schlechten jedoch ein Wettlauf gegen Google und oft sogar das Gesetz, den man nur starten sollte, wenn man wirklich weiß, was man da tut.

Informationsseite

Informationsseiten aufzubauen ist schon einmal eine gute Idee. Die konkrete Form der Inhalte (Text, Bild, Video usw.) und der Website (Blog, Wiki, statische Nischenseiten usw.) muss jedoch genauso beachtet werden, wie das Thema. Themen, hinter denen Geld steckt sind verlockend, doch herrscht hier auch große Konkurrenz. Gegen Portale mit eigener Redaktion oder Massen an user-generierten Inhalten hat man wenig zu lachen.

Insgesamt ist das Ganze langwierig und arbeitsreich, aber das sollte es auch sein, wenn man es als Beruf betreiben will. Trotzdem bleibe ich bei meiner Empfehlung. Man darf das Internet nur nicht als Goldgrube sehen. Hat man keinen Spaß an der Sache, gar nicht erst anfangen.

Community-Portal

Das Community-Portal im Monopoly-Spiel wurde schon relativ idealistisch beschrieben. Hierfür sollte man wirklich wissen was man tut. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass es schon hunderte Preisvergleiche, tausende Bookmarkdienste und die unendlichen Weiten der Forenlandschaft gibt. Die Schloßalle möchte jeder haben.

Hat man hingegen eine gute Idee, sollte man, wenn man wenig Ahnung hat, zumindest über Kapital verfügen. Ohne eins von beidem wird es schwierig, mit keinem von beidem unmöglich.

Präsentationsseite

Ein grundlegender Fehler bei einer Firmenpräsentation ist die Annahme, dass man interessant ist. Niemand im Internet interessiert sich für deine Firma. Am besten gewinnt man seine Besucher daher über die Produkte oder Dienstleistungen, die man anbietet.

Es ist eine gute Idee, interessante Informationen zu seinen Leistungen anzubieten. Ein Blog wäre eine Möglichkeit, es gibt viele weitere. Diese Informationen sollte man zielgruppengerecht aufbereiten (z.B. als Video).

Hat man das Social-Web verstanden, macht man dies zudem so, dass sie auch für sich allein stehend schon Mehrwert (Spaß, Bildung usw.) bringen. In Verbindung mit Suchmaschinenoptimierung, Social-Media-Marketing oder anderen Werbeformen im Internet kannst du deine Website bekannt machen und dir das Interesse schaffen, das du gerne hättest.

Für das nächste Spiel

Immer im Hinterkopf behalten, es gibt nichts geschenkt. Keine Teilnehmer an der Community, keine Besucher für die Website und erst recht kein Geld im Internet. Wenn irgendwo steht, dass es doch so ist, wäre meine erste Frage: Warum steht das da?

Ich hoffe ich konnte helfen. Falls etwas unklar ist und es noch Fragen gibt, gerne in den Kommentaren oder über die Kontaktseite.

Mich würde auch interessieren, ob euch der Artikel so gefallen hat oder ob das daneben ging.

P.S.: Ich wohne übrigens in der Badstraße :P

Passende Fundstücke im Netz:


Abonnieren 4 Kommentare:
  1. Da will ich mal nicht so sein und hier mal einen Kommentar hinterlassen :P

    Mir hat der Artikel gut gefallen, teilweise hast du mir die Augen geöffnet. Der Ansatz vom Vergleich zwischen Monopoly und Webseiten ist irgendwie cool und interessant. Und der Satz “Erwartung von Spaß und Gewinn, langwieriger Verlauf und am Ende sind von zwei bis acht Spielern sieben enttäuscht.” trifft es irgendwie sehr schön :)

    Du hast mich irgendwie dazu inspiriert einen anderen Ansatz zu verfolgen als ich vor hatte (Blog) aber, das war jetzt nicht nur dein Beitrag sondern auch eine vorrige gedankliche Strömung von mir, lol…

  2. webSimon

    Da will ich mal nicht so sein und hier mal einen Kommentar hinterlassen :P

    Nett von dir, Dankeschön. Am Anfang ist man ja quasi auf solche Mitleidsaktionen angewiesen um Kommentare zu bekommen :D

    Freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat, hat sich während des Schreibens so ergeben, da der Rest, der zu dem Thema im deutschen Netz unterwegs ist, sehr langweilig ist und ich unbedingt “Zurück auf los” gebrauchen wollte.

  3. Moin Simon,

    schicker Ansatz um dieses komplexe Thema darzustellen. Wobei ich denke das nur wenige wirklich vor der Wahl stehen was sie für einen Website-Typ nutzen sollen.

  4. Jop, stimmt. Aber man kann natürlich einen Blog zur Shop-Seite hinzufügen. Mir ging es vor allem um das Verständnis, dass eine Website für die Besucher Mehrwert schaffen sollte und oft kein Selbstläufer ist.

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