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Was bringt Social Media meiner Firma?

Social Media ist eine Entwicklung im Internet. Mehr und mehr findet im auch hier das soziale Zusammenleben statt. Der Trend begann in den USA mit großen Netzwerken wie Friendster oder MySpace. Mittlerweile ist er längst in Deutschland angekommen. Marketingspezialisten pochen aufdringlich auf ein Umdenken der Firmen. Gerade kleine Unternehmer fragen sich jedoch: Was bringt Social Media meiner Firma überhaupt?

Social Media: Ein Kulturraum?

Der Titel des ZDF-Nachtstudio vom 11. April 2010 war: Information Overkill – Wie verändert das Internet unser Leben? Während Prof. Dr. Peter Kruse vor allem auf die Art und Weise einging, wie Informationen im Internet rezipiert werden können, fixierten sich die Journalisten Sascha Lobo und Mario Sixtus auf den Teilbereich Social Media.

Wie viele andere (teils selbsternannte) Social Media-Experten sehen sie zwei Entwicklungen:

Informationsbeschaffung durch Social Media

In Zeiten vor dem Internet sind Nachrichten von Redakteuren zusammengestellt und den Lesern präsentiert worden. Social Media schafft Plattformen, in denen jeder Nachrichten in seinem Umfeld empfehlen und verbreiten kann. Menschen haben demnach die Möglichkeit sowohl zu konsumieren, als auch zu produzieren.

Sascha Lobo bezeichnete aus diesem Grund Social Media als einen Kulturraum, in dem Menschen aufeinandertreffen und wie in einem geografischen Raum auch Kultur zelebrieren: Informationen aufnehmen, Gedanken austauschen – selbst Kunst gibt es im Netz.

Informationsverknüpfung im Netz

In traditionellen Medien sind Informationen meist linear zusammenhängend. Ein Buch wird von der ersten bis zur letzten Seite durchgelesen. Quellenangaben widersprechen diesem Prinzip leicht. Hier wird nach dem Kontext querverlinkt.

Die grundlegendste Eigenschaft des Internet ist der Hyperlink. Er perfektioniert Informationsverknüpfung nach dem Kontext. Es muss nicht erst nachgeschlagen werden, man kommt durch einen Klick bei der Quelle oder einer weiterführenden Webseite an.

Im Social Web findet diese Verknüpfung neben dem informativen zusätzlich über einen sozialen Kontext statt. Das heißt, ich konsumiere ein Medium, weil es mit meinem sozialen Kontext verknüpft ist. Sprich: Es wurde mir von einem Freund auf Facebook empfohlen.

Social Media: Nur ein weiteres Medium!

Meiner Meinung nach ist Social Media kein Kulturraum, sondern lediglich eine Sammlung weiterer Medien. Auch über Briefe oder Telefonate kann Information, Kunst oder Gedankengut getauscht werden. Würdest du sie deshalb als Kulturraum bezeichnen?

Im Social Media findet – wie über andere Medien auch – Interaktion statt. Der einzige Unterschied ist: Social Media ist öffentlicher und deshalb schneller. Im echten Leben bräuchte ich länger, bis ich alle meine Freunde über meinen neuen Beziehungsstatus informiert hätte. In einem Social Network brauche ich einen Klick und alle Freunde wissen Bescheid.

Social Media für Firmen

Social Media bietet Firmen ein weiteres Medium. Vergleiche Social Media nicht mit Fernsehen, sondern mit einem Telefonat! Es gibt nicht Sender und Empfänger, sondern nur Sender! Hier kommunizieren deine Kunden untereinander. Die Regeln unterscheiden sich kaum von einem direkten Gespräch.

Deine Firma kann…

  • … Gesprächsthema sein:

    Gesprächsthema kann eine Firma sein, die ein besonders gutes Produkt hat, das Menschen gerne ihren Freunden empfehlen. Auch besonders freundlicher Service wird gerne honoriert.

    Besonders sind die Menschen aber auf Bildung und Unterhaltung aus. Sie brauchen Anerkennung ihrer Freunde und helfen ihnen daher gerne bei Problemen oder erzählen einen lustigen Witz. Wenn deine Firma eine Problemlösung hat oder ein lustiges Video erstellt, kann sie automatisch Gesprächsthema sein. Das Social Web eignet sich daher perfekt für Guerilla-Marketing und Virales Marketing.

    Die Kehrseite der Medaille ist, dass nicht nur empfohlen, sondern auch kritisiert und gewarnt wird. Das ernüchternde daran: Du kannst nichts daran ändern. Kein Grund also, nicht auf Social Media-Plattformen aktiv zu werden. Im Gegenteil.

  • … zuhören:

    Ein besonders wichtiger Aspekt. Du kannst das soziale Netz nutzen um Kundenmeinungen einzuholen und das Angebot deiner Firma verbessern. Damit steigerst du die Kundenzufriedenheit, was wiederum dazu führt Gesprächsthema zu sein.

  • … mitreden:

    Du kannst auch antworten. So kannst du dich bei Kunden bedanken, dich für Fehler entschuldigen und auf Kritik reagieren. Wenn du deinen Kunden zeigst, dass ihre Meinung zählt ermunterst du sie weiterhin mit dir zu reden und dich zu empfehlen.

    Aber Achtung: Du hast nicht mehr zu sagen als jeder andere Nutzer auch. Benimmst du dich in einem normalen Gespräch von oben herab oder sonst wie daneben, wird dies verbreitet. Im Social Media ebenfalls, nur deutlich schneller.

    Teilweise hat man die Möglichkeit der Moderation. Doch Zensur geht immer daneben: Die Meinung der Nutzer von deiner Firma sinkt. Auch diese Meinung wird natürlich sofort bei den Freunden verbreitet.

Wie muss sich meine Firma verhalten um im Social Web anzukommen?

Nun, die Frage ist simpel. Was müsste deine Firma tun, damit sich die Menschen im echten Leben zu ihr bekennen? Egal ob man Social Media nun als Kulturraum oder als Kommunikationsmedium betiteln will, das Empfinden der Menschen ändert sich nicht. Wie man sich in einem Gespräch angemessen verhält, wurde hoffentlich jedem in der Kindheit beigebracht.

Finde heraus welche Social Media-Plattformen deine Zielgruppe nutzt und sei dort aktiv. Zuhören und mitreden ist kostenlos, Gesprächsinhalt wird man durch gute Produkte und guten Service.

Kosten von Social Media

Erst wenn man die Aufmerksamkeit der Zielgruppe stärker beanspruchen möchte, muss man die eigene Website für Social Media-Kanäle optimieren (Social Media Optimization) und/oder Social Media Marketing betreiben.

When I’m asked about the ROI of Social Media sometimes an appropriate response is…

What’s the ROI of your phone?
Erik Qualman, Autor von Socialnomics

Bleiben wir bei der Analogie des Telefonats: Die Gesprächskosten ergeben sich nicht aus denen des Anschluss, sondern aus dem Zeitaufwand.

Niemand würde die Notwendigkeit eines Telefons in Frage stellen.

Weitere Meinungen

Webmaster Friday

Der Webmaster Friday

“Was bringt Social Media meiner Firma?” war ein Beitrag zum Webmaster Friday “Social Media ein Muss?”. Auch andere Blogger haben wieder gute Artikel verfasst:

  • Whit3h4t legt den Fokus auf die Zielgruppe.
  • Andreas von Blogszene sagt, Facebook sei ein temporärer Hype. Das sehe ich anders. Der Artikel ist trotzdem hilfreich für Blogger.
  • Christian von zweidoteins weist auch auf die negativen Seiten von Social Media hin. Das Internet verzeiht nicht. Sehr richtig.

Abonnieren 17 Kommentare:
  1. Dankeschön für die Verlinkung.
    Dein Beitrag gefällt mir sehr gut, alle Informationen sind enthalten und vorallem macht es nicht nur mich ein wenig Klüger im Bereich Social Media, sondern auch einige andere.
    Danke & Liebe Grüße,
    Christian

  2. Hehe, ebenfalls danke!
    Ich wollte einfach sehr viel Wert auf Social Media als Ort oder Medium für Gespräche legen. Davor muss niemand Angst haben, das können wir alle.

  3. An Christian:
    … nicht unbedingt klüger gemacht, zumindest mich.
    Berührt hat mich die Komponente “Social” in einem ganz anderen Zusammenhang … –
    “Social Mafia”, aber das sprengt diesen Bereich. –
    Gute Wege durch den Frühling !

  4. Dazu hat Christian ja etwas in seinem Blog-Posting gesagt. Hier ein weiterer Artikel. Ist super geschrieben.

  5. Der Beitrag über Social Media für meine Firma gefällt mir auch ganz gut.
    Was viele Firmen bei Social Media jedoch falsch machen:
    Sie gründen z.B. eine Gruppe auf Facebook und denken das wars dann. Klar, jede Gruppe gewinnt dann Mitglieder und Fans. Aber eine wirkliche Kommunikation ist das nicht. Man postet dann in diese Gruppe sagen wir mal die Links über neue Produkte,… und denkt dann, DAS ist dann Social Media. Und freut sich dann über einen minimalen Besucherzuwachs.
    (Das gleiche Spiel ist auf Twitter zu sehen.)
    Eine wirkliche Kommunikation ist leider nur selten der Fall.

    schöne grüße aus münchen

  6. Ganz genau. Und das ist eben traurig. Social Media ist an sich nicht schwer, man muss nur verstehen, dass es nicht ums Senden geht, sondern um Senden und Empfangen. Dann funktioniert das auch deutlich besser :)

  7. Hm, ich glaube Social Media unterscheidet sich grundlegend von anderen Medien. Es ist nicht einfach ein “weiteres Medium”. Ich würde es mit Vorsicht mit anderen Medien vergleichen

    In meinem Verständnis ist Medium ein Mittel Informationen breiten Kreisen von Menschen zur Verfügung zu stellen. Es gibt dann also einen aktiven Sender und viele passive Empfänger. Und das widerspricht dem “Social”. Mich ärgert es ein wenig, dass diese Buzz-Phrase entstanden ist. Ich mag es nicht, wenn Facebook, Twitter, Blog (mit Kommentarfunktion) u.a. als “Social Media” bezeichnet werden. Ich glaube diesen Begriff haben Presse- und Marketing Agenturen ausgedacht oder zumindest popularisiert.

    Na gut, über Begrifflichkeiten kann man sich streiten. Evtl. liegt meine Definition etwas abseits der allgemein akzeptierten.

    Ich empfehle euch dieses Video anzuschauen:
    http://vimeo.com/11551721

    Gruß,
    Waldemar

  8. Natürlich ist Social Media etwas nie Dagewesenes. Doch was meinst du, wie die Menschen beeindruckt waren, als das Fernsehen kam…

    Ein Medium (lat.: medium = Mitte, Mittelpunkt) ist etwas in der Mitte Befindliches, dazwischen Liegendes.
    Wikipedia

    Ich finde, das trifft genau auf Soziale Medien zu. Die User würden auch so Videos, Bookmarks, News, Interessen oder Freunde teilen. Gruppierungen würden auch ohne das Netz auftreten. Doch Social Media bietet die Basis, eben das Medium.

  9. An webSimon:
    Danke, für den Querhinweis “Social Mafia”.

  10. Hallo Simon!

    Nur einem Satz stimme ich in deinem Artikel nicht ganz zu, nämlich dem hier: “SM-Trend…Mittlerweile ist er längst in Deutschland angekommen.”
    Ich bin der Meinung, dass das Thema Social-Media in Deutschland noch lange nicht so verbreitet ist, wie beispielsweise in den USA. Sicherlich ist die Bekanntheit groß in allen Bereichen, die in gewisser Weise mit dem Medium Internet zu tun haben, also z.B. Online-Marketern oder Web-Entwicklern. Aber ich glaube vor allem wenn man in ein Unternehmen geht, das mit dem Thema “eigentlich” nichts zu tun hat und nur einmal das Wort “Social-Media-Optimization” in den Raum wirft, bin ich mir sicher, dass einem sehr oft nur fragende Blicke zugeworfen werden. Es steht außer Frage, dass SMO wichtig ist, vor allem für Unternehmen. Aber dazu muss vorher überhaupt erst einmal vielen bekannt gemacht werden, dass es SMO gibt und die Nutzung vor allem in Deutschland noch stark anwachsen, dass es sich auch für nischigere Unternehmen auch lohnen kann, in SMO zu investieren!

  11. @KChristoph: Gerne.

    @Alexander:
    Hi und danke für deinen Kommentar. Ich finde Social Media ist durchaus in Deutschland angekommen. Ob SMM & SMO in den Unternehmen eingesetzt wird, ist noch einmal eine andere Geschichte…

    Da hast du Recht, hier könnte schon deutlich mehr rausgeholt werden. Einige kommen wohl gar nicht auf die Idee oder fragen sich, was das überhaupt bringt angesichts von Skandalen. Genau deshalb dieser kleine Artikel.

  12. Social Media bedingt auch Offenheit und ein gewisses Maß an sozialer Einstellung. Vieles ist bei vielen Entscheidungsträgern in Deutschland nicht vorhanden. Dies ist wohl mit ein Grund dafür, warum die Etablierung in Deutschland so lange gebraucht bzw. noch braucht.

  13. Hallo Bärbel. Jetzt wollen wir das mal nicht zu schwarz sehen. Ich denke, da geht es auch viel darum, dass man das ganze für einen Hype von Technikfreaks hält, der schon wieder abklingen wird.

  14. Hallo webSimon.
    Ja könnte sein, dass viele es wirklich als einen Hype von Technikfreaks halten. Aber abklingen wird es sicherlich nicht. Zumindest kann ich mir das nicht vorstellen.
    Was ich meinte ist: das viele sich dem Social Media nicht öffnen. Sie kennen es nicht – oder nicht hinreichend und wollen sich auch nicht damit beschäftigen.

  15. Kann man so stehen lassen. ;)

  16. Sehr schöner Artikel. Ist manchmal recht amüsant, wenn man einigen Unternehmen beim Versuch ins Social Media einzusteigen zusieht. Es gibt viele Dinge falsch zu machen, die du mit deinen Dingen schön angesprochen hast. Das du das Kosten-Argument mit ein gebracht hast, finde ich auch gut.

    Beste Grüße,
    Martin

  17. ich glaub der größte punk für social media bzw.. das leben mit sozialen netzwerken ist das alles nun blitzschnell geht. 1 Kunde ist unzufrieden postet es und 400 andere wissen es.. eine andere firma ist schneller wieder psotet es 1 und wieder wissen es hunderte andere.. alles geht viel schneller und wirkt somit natürlich schnell überlagert.

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