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70 Tipps für professionelle Websites

Eine professionelle Website zu erstellen ist nicht so einfach. Meine Artikelserie 70 Tipps für professionelle Websites richtet sich an alle, die eine Website erstellen und betreiben möchten.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Allgemeine Tipps
  2. Professionelles Webdesign
  3. Tipps für sauberes HTML
  4. Gute Webtexte
  5. Bilder im Webdesign
  6. No-Gos auf Business-Websites
  7. Website-Pflege

Jeder Teil der Serie bietet jeweils 10 Tipps. Noch sind nicht alle Artikel veröffentlicht. Um auf dem Laufenden zu bleiben, folge mir auf Twitter oder abonniere meinen RSS-Feed.

1. Allgemeine Tipps für die professionelle Website

Kundenanfragen zeigen, dass Zusammenhänge beim Erstellen, Betreiben und Vermarkten von Websites oft nicht ganz klar sind.  Zunächst also ein paar grundlegende Tipps um eine professionelle Website zu erstellen.

  1. Ziele bestimmen

    Als Erstes sollten klar sein, welche Ziele die Website haben wird: Verkauf, Teilnahme an Aktionen/Newslettern, Verstärken der eigenen Marke, Werbeeinblendungen, Klicks auf Werbung, Kundenkommunikation. Es ist wichtig, dass das primäre Ziel nicht aus den Augen verloren wird. Zweitrangige Absichten müssen weniger prominent dargestellt sein, damit den wichtigen Funktionen genügend Aufmerksamkeit zukommt.

    Bei mehreren Zielen ist es manchmal ratsam diese auf mehrere Domains aufzuteilen. Wer offline eine bekannte Marke hat, könnte Online-Shop und Firmenpräsentation auf zwei unterschiedlichen Domains verteilen, damit beide ihre Zielsetzung perfekt erfüllen können.

  2. Alleinstellungsmerkmale kennen

    Es ist wichtig Alleinstellungsmerkmale (USPs engl.: unique selling propositions) zu kennen und zu kommunizieren. Dient die Website dazu, Produkte zu verkaufen, müssen deren USPs bekannt sein und auf ihr beschrieben werden. Besonders gut ist, wenn die Website selbst weitere USPs beiträgt, zum Beispiel durch intelligentere Darstellung, automatische Individualisierung oder zusätzlichen Support.

    Ist die Website selbst das Produkt, wie zum Beispiel bei einem Blog, sollten USPs geschaffen werden. Wie hebt sich der Blog von der Konkurrenz ab? In irgendeiner Form sollte man immer besser sein und den Besuchern dies auch klarmachen.

  3. Zielgruppe kennen

    Die Zielgruppe zu kennen ist essentiell. Die gesamte Webpräsenz sollte auf sie abgestimmt sein. So richten sich später Design, Aufbau und Inhalte nach der Zielgruppe. Selbst bei der Wahl der Technik, spielt die Zielgruppe die wichtigste Rolle: Schließlich möchte man dem Kunden nichts vorsetzen, was er gar nicht benutzen kann.

    Alter, Geschlecht und Interessen sind drei wichtige Kriterien einer Zielgruppe. Kennt man diese, kann Werbung in anderen Medien und Kanälen geschaltet werden. Im Social Web ist das auch für kleine Budgets besonders interessant: Präsenz ist hier nicht gleich Kostenfaktor.

  4. Perspektive wechseln

    Ein Grundgedanke kommerzieller Websites ist die Präsentation. Man möchte sich im Internet präsentieren und allen das eigene Produkt bekannt machen. An und für sich eine gute Idee, aber der völlig falsche Denkansatz.

    Du interessierst mich nicht, Deine Website erst recht nicht.

    Wenn Du mir hilfst ein Problem zu lösen oder mich zum Lachen bringst, werde ich mich an deine Marke erinnern. Benötige ich später einmal Dein Produkt, kaufe ich – ob unterbewusst oder bewusst – lieber bei Dir.

    Infos für die Presse haben auch Ihren Platz, sollten aber nicht aggressiv den Kunden präsentiert werden. “Willkommen auf unserer Website, wir sind eine junges Unternehmen …” – ganz ehrlich, wen interessiert das denn?! Einfach die Perspektive wechseln: Welchen Nutzen kann deine Website dem Kunden bieten? Schaffe Ihn und hör auf, von Dir selbst zu reden. So wirst Du Erfolg haben.

  5. Marketing-Plan erstellen

    Der Klassiker: Der Kunde möchte eine Firmenpräsenz, weil man das eben braucht. Später wird sich dann über die fehlenden Besucher beklagt. Offensichtlich war hier das Ziel nicht genau definiert und es fehlte ein Plan dieses zu erreichen.

    Man sollte sich überlegen, aus welchen Kanälen man seine Besucher bekommen will. Das ganze sollte möglichst vor der Erstellung der Website geschehen, denn Inhalte, Struktur und Design sollten darauf abgestimmt sein. Relativ verbreitet ist zum Beispiel folgendes Modell: Kommerzielle Webiste + Blog: Der Blog liefert Inhalte, die gerne über Social Media verbreitet werden. Die entstehenden Links werden genutzt um die kommerzielle Seite für Suchmaschinen zu pushen. Voila, kaufende Besucher aus den Suchmaschinen.

    Zugegeben, das war einfach. Ein Kanal mehr: Über virale YouTube-Videos werden Fans für die Facebook-Seite akquiriert. Dort werden nicht nur Blog-Inhalte verbreitet, sondern zusätzlich Rabatt-Codes für den Online-Shop.

  6. Inhalte planen

    Die verschiedenen Werbeformen im Internet, lassen viele Strategien zu. Es können mehrere Kanäle besetzt und kombiniert werden. Wichtig ist, dass jeweils relevante Inhalte vorhanden sind.

    Je mehr Inhalte bereitstehen, desto mehr Kanäle können genutzt werden. Hier ist zu beachten, dass Besucher unterschiedlicher Quellen auch unterschiedlich gut konvertieren. Je weiter weg der Inhalt vom eigentlichen Produkt ist, desto weniger wird er direkt bringen. Du solltest deshalb nicht auf Teufel komm raus Inhalte rauspressen um eine Kanal zu besetzen, dessen Besucher gar nichts kaufen. Manche Kanäle lassen sich auch schlicht nicht nutzen, da die Zielgruppe dort nicht aktiv ist.

    Wobei dies nur halb richtig ist, da man Inhalte nicht nur für die Zielgruppe erstellen kann, sondern auch für eine zweite Zielgruppe, die die Inhalte dann verbreitet und so im 2. Schritt die Kunden anspricht. Beim oberen Beispiel “Blog+Kommerzielle Seite” könnte dies funktionieren.

  7. Informationsarchitektur erstellen

    Bevor man anfängt an das Design der Website zu denken, sollte man eine Informationsarchitektur erstellen. Du solltest Dir überlegen, wie Du Informationen sinnvoll gliedern kannst. Es gilt dabei, eine möglichst flache Hierarchie zu erschaffen. Aus SEO-Gesichtspunkten ist es außerdem sehr sinnvoll auf jeder Unterseite nur ein Thema zu behandeln. Praktikabel ist es, an diesem Punkt eine Keyword-Recherche durchzuführen.

    Seiten, die in der Hierarchie weiter oben stehen, bekommen logischerweise Oberbegriffe als Keyword zugewiesen, spezifischere Seiten eine Keyword-Kombination. Zum Beispiel: Startseite: “Schuhe”, Kategorie: “Damenschuhe”, Produkt: “Damenschuh aus Leder rot-weiß”. Später werden die einzelnen Webseiten dann auf die Keywords optimiert und hoffentlich darüber gefunden.

    Meiner Meinung nach ist es egal, ob man SEO im Marketing-Plan vorgesehen hat oder nur über SEM Besucher gewinnen möchte: Wer nicht einmal die sowieso geplanten Inhalte einigermaßen onpage-optimiert, verschenkt seine Möglichkeiten.

  8. Domain wählen

    Die Domain soll später zur Marke werden. Wenn Du bereits eine mehr oder weniger bekannte Firma hast, bietet sich der Firmenname an. Ansonsten kann ein Fantasienamen gewählt werden. Es ist allerdings schwieriger daraus eine Marke zu formen.

    Im Hinblick auf SEO ist eine Keyword-Domain optimal. D.h.: Das Haupt-Keyword oder die Haupt-Keyword-Kombination ist gleich der Domainname. Besteht die Domain aus einem einzigen Keyword, ist sie meist leicht zu merken und vereint somit Markenbildung und SEO. Natürlich sind solche Domains oft schon vergeben und deshalb auch teurer.

    Eine Domain sollte nicht zu lang sein, am besten besteht sie aus einem oder zwei Wörtern. Webdesign-Allendoerfer.de ist beispielsweise schon ein sehr langer Domainname. Neuerdings ist man in der deutschen SEO-Szene der Meinung, dass Domains aus mehreren Worten zusammengeschrieben werden sollten, da die Bindestrichvariante seit neustem doch die schlechtere Alternative sei. Diese Aussagen beruhen auf statistischer Auswertung der Suchergebnisse und sind meiner Meinung nach nichts wert. Am besten beide Versionen registrieren, für eine entscheiden und die zweite Domain weiterleiten.

  9. Disziplinen aufeinander abstimmen

    Der achte Punkt ist mir besonders wichtig. Bei der Erstellung einer professionellen Website sollte man sich stets den Weg des Benutzers vorstellen. Durch einen Werbekanal findet er zur Website, dort begegnet er dem Design, dem Text, den Bilder, sprich allen Elementen der Website.

    Damit Werbestrategien wie Suchmaschinenoptimierung funktionieren, ist es wichtig, dass das Zusammenspiel innerhalb der Website genau geplant ist. Wird eine Seite aus nicht abgestimmten Teilen zusammengesetzt, wirkt sie inkonsistent und laienhaft.

    Der Besucher hat gewisse Erwartungen, die an irgendeiner Stelle seines Weges geschaffen werden (zum Beispiel: Banneranzeige). Wenn ich auf Deinen Banner klicke, habe ich eine ungefähre Vorstellung von dem, was mich erwartet. Es liegt nun an Dir, diese Erwartung bei mir zu erfüllen. Das schafft Vertrauen, Sicherheit und somit Verkäufe.

  10. Rechtliche Korrektheit sichern

    Achte darauf, dass Du Inhalte nur dann verwendest, wenn Du dies auch wirklich darfst. Besonders kritisch sind Bilder und eingetragene Marken aber auch bei Texten darf sich nicht einfach bedient werden.

    Wenn Du etwas schreibst, pass auf, dass du alles korrekt kennzeichnest. Salzprodukte dürfen beispielsweise nur als Himalaya-Salz bezeichnet werden, wenn sie tatsächlich aus Indien kommen. Dass das Salz in Pakistan exakt identisch ist, tut dabei nichts zur Sache. Auch in Deiner Branche wird es solche Regelungen geben. Achte besonders auf Kennzeichnungsvorschriften und informiere dich über bekannte Urteile.

    Auf kommerziellen Websites müssen gewisse Rahmenbedingungen eingehalten werden. Dazu gehören zum Beispiel die Datenschutzerklärung, die AGB, Rückgabe- oder Widerrufsrecht sowie das Impressum.

    Von Trusted Shops gibt es einen Leitfaden für rechtssichere Online-Shops [PDF].

Soweit die 10 Tipps zur Vorbereitung der professionellen Website. Der zweite Teil der Serie wird sich mit den Tipps 11-20 um professionelles Webdesign drehen. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf meinen Twitter-Account und den RSS-Feed.


Abonnieren 11 Kommentare:
  1. Wow, du hast dir wirklich Mühe gegeben. Ich habe auch ein paar wertvolle Punkte für mich gefunden / in Erinnerung gerufen.

  2. Ist leider noch sehr theoretisch, später kommen natürlich konkretere Punkte :)

    Ich bin gespannt, wie erfolgreich die Artikelserie wird …

  3. Lucas

    Wow,
    echt starke Seite…hast du die alleine gemacht? Siehst mir doch noch recht jung aus auf dem Bild, aber dafür hast du echt krasse skills. Bin auch gerade an einer Website am basteln. Dabei hat mir deine website bis jetzt am meisten geholfen.
    Danke

  4. Zu Beginn eines Webprojekts stellt sich auch die Frage, in welchem Budgetrahmen die Website realisiert werden soll. Davon hängt dann schliesslich der Konzeptentwurf ab. Bei der Budgetbestimmung fragt sich der Website-Betreiber unter anderem, was ist für das eigene Unternehmen angebracht ist und wieviel andere investierten. Eine Markteinblick, der hilft das Webprojekt richtig zu positionieren bietet http://www.website-kosten.com mit der Kostenanalyse auf Basis von zig erhobenen Projekten.

  5. @Rudolf: Stimmt, das Budget ist natürlich wichtig zu wissen. Meine Tipps sind aber eigentlich unabhängig vom Budget geschrieben. Ich meine, das gilt für alle Websites.

  6. Das ist ein schöner Artikel, der zeigt, dass ein Webdesigner ein Allrounder sein muss:
    Marketingexperte, Psychologe, Lehrer, Berater, Programmierer, Texter, Rechtsanwalt, Suchmaschinenoptimierer…

  7. Kann Simon nur Recht geben. Auf den ersten Blick ist eine Schnell-Schnell-Lösung wohl billiger und oftmals hat meine keine Wahl, weil das Budget halt vorgegeben ist. Nichtsdestotrotz rechnet es sich, einfach am Anfang ein wenig nachzudenken und Simons Tipps zu beherzigen. Auf lange Sicht spart man, weil die Seite einfach erfolgreicher ist.

  8. Hi Simon!
    Das mit dem Budget ist ein entscheidender Faktor, man sollte nie zuviele Erwartungen bei einem Kunden wecken, die nachher mit dem Budget nicht zu realisieren sind.
    Am besten spricht man diesen Punkt offen an, denn alle hier genannten Dinge wollen berücksichtigt werden, aber der Handwerker von nebenan, hat nicht das Budget um alles zu realisieren. Er findet es aber trotzdem schlecht und kennt auch den Schuldigen, wenn keine Besucher kommen. Das ist nämlich der Ersteller der Website :-(
    Daher immer auch die Vermarktung mit im Budget berücksichtigen und nicht zu hohe Erwartungen bei einem kleinem Budget wecken.

    Gruß
    Thomas

  9. Sehr schöner Artikel zu den Grundlagen der Website-Erstellung. Bin mal gespannt was in den nächsten Teilen der Serie noch so alles kommt. Mach weiter so …

  10. jessi

    Ich bin schon gespannt auf den Rest der Artikelserie!
    Finde die Tipps wirklich schön erklärt und sehr hilfreich, auch wenn meine Webseite kein Unternehmen ist, sondern einfach nur Fotos zeigen soll. Die Tipps lassen sich ja trotzdem übertragen.

  11. Ich finds immer spannend wie andere an die Erstellung einer Internetpräsenz herangehen und finde, das hier beschriebene hat alles Hand und Fuß. Natürlich ist der Aufwand immer von Budget anhängig, aber hier geht es ja um professionelles Arbeiten.

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