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Interkulturelles Webdesign in fünf Schritten

Lingo24

Gastartikel von Lingo24

Vor allem für Geschäftsinhaber ist einer der aufregendsten Aspekte des Internets, dass das World Wide Web genau das ist, was der Name verspricht – wir können uns heutzutage Kunden in Lahore ebenso leicht zur Zielgruppe nehmen wie in London, in Moskau ebenso leicht wie in Miami.

Dass aber Internetnutzer auf der ganzen Welt miteinander verbunden sind, macht sie nicht alle gleich. Unterschiedliche Kulturen haben individuell ausgeprägte Gewohnheiten und Vorlieben. Deshalb muss man genau überlegen, worauf jeder gewählte Zielmarkt anspricht, bevor man die Gestaltung der eigenen Website in Angriff nimmt.

Wenn man sich in jedem Land die Websites erfolgreicher Unternehmen ansieht, findet man Hinweise darauf, was der dortigen Zielgruppe gefällt. Darüber hinaus kann man bestimmte Maßnahmen ergreifen, die die Suchmaschinenoptimierung (SEO) in jeder Region unterstützen.
Um dir dabei behilflich zu sein, folgen einige Aspekte, die du bei der Lokalisierung deiner Website berücksichtigen solltest:

1. Die Domain

Investiere in jedem deiner Zielmärkte in einen inländischen Domain-Namen. Es mag zwar billiger und bequemer sein, nur einen einzigen Domain-Namen zu haben, der deine sämtlichen Zielländer abdeckt, aber jedem Land zugehörige Domains helfen Google beim Ranking jeder Website in den länderspezifischen Suchmaschinen, und so lassen sich deine Rankings in die Höhe treiben.

2. Der Server-Standort

Stelle fest, ob sich der Server des Internetdienstanbieters deiner Wahl tatsächlich in deinem Zielland befindet. Auch dies bringt dir bei der SEO einen Vorteil, denn Suchmaschinen bevorzugen Websites, die in ihrem „Heimatland“ gehostet werden.

3. Die Keywords

Sorge dafür, dass sich in deinem Text und, soweit möglich, auch in deiner URL die allerbesten Keywords finden.
Es reicht jedoch nicht aus, einfach die Keywords, die du auf deiner deutschen Website verwendest, Wort für Wort zu übersetzten. Verschiedene Nationalitäten verwenden entsprechend ihrer Suchgewohnheiten unterschiedliche Formulierungen; dazu gehören Synonyme, Akronyme, umgangssprachliche Ausdrücke und Abkürzungen, und du musst deine Keywords dementsprechend anpassen. Googles Keyword-Tool kann dir dabei behilflich sein.

4. Das Design

Du solltest zwar auf all deinen Websites eine zusammenhängende und einheitliche Markenbildung verfolgen, das Design jeder einzelnen Website sollte aber auf die kulturellen Vorlieben ihres Landes abgestimmt sein.
Cascading Style Sheets (CSS) ermöglichen dir tabellenloses Design und die Trennung von Inhalten und Design. Dadurch bist du nicht gezwungen, jede einzelne Seite von Grund auf neu zu gestalten.
Elemente, die du im Hinblick auf das Design beachten solltest, sind unter anderem:

Texturbeispiele

Texturbeispiele von Lingo24.

  • Farbe

    Farben können kulturell höchst bedeutsam sein, und ein und dieselbe Farbe ruft weltweit erheblich unterschiedliche Assoziationen hervor. Rot steht beispielsweise in der westlichen Welt für Gefahr, während es in China Fest und in Indien Reinheit bedeutet. Nimm dir etwas Zeit um herauszufinden, welche Bedeutung deine Farbzusammenstellung für deine Verbraucher haben kann. Ein weißer oder schwarzer Text vor einem Hintergrund in Blau oder Grün scheint universell die höchste Akzeptanz zu genießen.

  • Bilder

    Pass deine bildlichen Darstellungen für jede Website an und achte darauf, dir der jeweiligen Kultur bewusst zu sein. Auf einer westlichen Website für Reise und Tourismus könnten zum Beispiel Urlauberinnen in Bikinis gezeigt werden, ein Anblick, der in konservativeren östlichen Kulturen als unangemessen oder gar anstößig gewertet werden könnte.

  • Navigation

    Nicht in allen Sprachen verläuft die Schrift von links nach rechts – Arabisch, das unter den weltweit am einflussreichsten geltenden Sprachen an fünfter Stelle steht, wird von rechts nach links gelesen. Eine horizontale Navigationsleiste anstelle einer vertikalen hilft dir, diesem Problem zu begegnen.

  • Font

    Es ist wichtig, einen gängigen Zeichensatz zu verwenden, so dass der Text auf den meisten Bildschirmen korrekt dargestellt wird. Serifenlose Schriftarten wie Arial oder Verdana sind am besten am Bildschirm lesbar.

  • Unicode verwenden

    Unicode UTF-8 ist ein flexibles Zeichenkodierungs-Tool, das mit mehr als 90 Schriftsprachen kompatibel ist. Es erleichtert den Wechsel von Sprache zu Sprache.
    Denk daran, dass unterschiedliche Zeichensätze sich auch auf die Zeilenhöhen und –längen auswirken. Außerdem werden in manchen Sprachen mehr Zeichen benötigt, um ein und denselben Gedanken auszudrücken: deutsche Wörter sind beispielsweise in der Regel länger als englische. Das muss bei deinem Webdesign berücksichtigt werden.

  • Flash vermeiden

    In Flash eingebetteter Text wird von Suchmaschinen-Bots nicht leicht gelesen, und das erschwert deine SEO-Fortschritte. Auch verfügen nicht alle Länder über einen Zugriff auf High Speed Internet; es kann also zu lange dauern, eine Flash-Website zu laden.

5. Die Inhalte

Am wichtigsten ist es hierbei, für eine korrekte Übersetzung deiner Inhalte zu sorgen. Du musst gewährleisten, dass die Nuancen der regionalen Sprache und Kultur beachtet werden, wenn du das Vertrauen deiner potenziellen Kunden gewinnen möchtest.

Es mag verlockend erscheinen, sich für eine automatische Maschinenübersetzung zu entscheiden, aber ein solches Programm lässt sich tatsächlich nicht mit einem professionellen Übersetzer vergleichen, der in seine eigene Muttersprache übersetzt. Ein Text, der von einem Tool für Maschinenübersetzungen umgewandelt wurde, liest sich nur selten wie ein natürlicher Text, und du gehst damit das Risiko ein, deine Zielgruppe zu verwirren oder gar zu beleidigen.

Wenn du diese Punkte beachtest, liegt dir die Welt zu Füßen und deine Website zieht die Aufmerksamkeit neuer Kunden in der ganzen Welt auf sich.

Über den Autor

Christian ArnoChristian Arno ist der Geschäftsführer von Lingo24, einem Übersetzungsunternehmen im Vereinigten Königreich, das auf Website-Lokalisierung spezialisiert ist.


Abonnieren Ein Kommentar:
  1. Vielen Dank für den tollen Gastartikel, Christian. Ich finde er ist sehr schön geschrieben und muss sich auch angesichts deines Berufs nicht verstecken!

    Manche Formulierungen wie

    Wenn du diese Punkte beachtest, liegt dir die Welt zu Füßen

    sind vielleicht ein wenig übertrieben, die Informationen stimmen aber.

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