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Gutes Webdesign – ein Widerspruch!

Websites haben verschiedene Aufgaben: Informieren, Verkaufen, Verbinden. Es gibt viele weitere. Durch gutes Webdesign erfüllt eine Website ihren Zweck möglichst gut bei möglichst vielen Besuchern. Das heißt, sie muss z.B. durch SEO oder Social Media Besucher gewinnen. Möglichst viele von ihnen müssen danach konvertieren. Dazu muss Webdesign barrierefrei und zielgerichtet sein.

Ich meine, gutes Webdesign kennt genau zwei Regeln. Das Problem: Diese widersprechen sich gegenseitig!

Tipps für gutes Webdesign

Natürlich gibt es die schönen „Mit-diesen-10-Tipps-löst-du-all-deine-Probleme-Blog-Posts“. Alle Webdesign-Probleme sind aber schon mit zwei Tipps zu lösen:

Tipp 1: Liebe zum Detail

Auge

Auge | Urheber: Look Into My Eyes, flickr

Liebe deine Website! Anders funktioniert Perfektion nicht. Verbessere jeden Aspekt deiner Website so lange, bis er perfekt ist.

Design

Wähle den passenden Stil für deine Zielgruppe. Nun schenke jedem Bereich deiner Website Beachtung. Du kannst verspielt sein oder extrem streng. Wichtig ist, dass alles ins Gesamtbild passt.

Linie ist nicht gleich Linie. Sie kann z.B. gestrichelt, gepunktet, doppelt, doppelt gestrichelt oder doppelt gepunktet sein. Finde die perfekte Linie! Vielleicht braucht sie einen Knick?

Fläche ist nicht gleich Fläche. Einen einfarbigen Bereich kannst du beleuchten, strukturieren, auslaufen oder glänzen und einen Schatten werfen lassen.

Der Besucher wird sich auf einer perfekt aussehenden Website wiederfinden. Warum er sich auf ihr so wohlfühlt wird er kaum beschreiben können, da die Wenigsten den Blick dafür haben.

Text

Zum perfekten Design gehört natürlich auch eine super Typografie. Doch der Text muss stimmen. Auch hier gilt es, den passenden Stil zu finden. In diesem sollten dann die Inhalte verfasst werden. Rechtschreibfehler sind tabu. Auch auf eine korrekte Grammatik sollte Wert gelegt werden.

Da wir von Perfektion sprechen, müssen die Informationen des Textes die besten des Webs sein.

Multimedia

Die Informationen der Seite sollten durch Bilder illustriert werden. Videos können Text ergänzen oder gar ersetzen. Auch hier muss natürlich Mühe und Liebe in gute Arbeit gesteckt werden. Die Besucher werden es dir jedoch danken, denn gerade Bilder können helfen einen Text aufzulockern und schaffen Mut ihn wirklich durchzulesen. Denn illustrierte Info ist viel leichter zu verdauen.

Technik

Im Internet gibt es mittlerweile so viele technische Möglichkeiten, die verwendet werden können.

Um Besucher überhaupt an die richtige Stelle der Website zu bringen, braucht sie eine gute Struktur. Vor allem zur Suchmaschinenoptimierung ist diese wichtig. Idealerweise sollte jede Seite auf ein Keyword optimiert sein.

Die Linkstruktur muss nun so aufgebaut werden, dass jede Unterseite vom Besucher und dem Suchmaschinen-Bot möglichst ohne Hindernis angesteuert werden kann.

Auch die Quelltextstruktur muss User und Suchmaschinen bei der Informationsaufnahme unterstützen. Hierbei sind zum Beispiel Überschriften und der Titel der Seite sehr wichtig.

Tipp 2: Keep it simple

Wie beschrieben widerspricht Tipp 2 dem ersten. Wir sind nur begrenzt zur Aufnahme fähig und bereit. Irgendwann ist Schluss. Auch hat jede Website ein Budget. Bei einer kommerziellen Investition wie ihr geht es um Effizienz. Deshalb Kommando zurück!

Design

Google-Homepage

Keep it simple bei Google

Detailverliebtheit ist wichtig. Doch ein professionelles Webdesign sollte den Besucher leiten. Dazu müssen Akzente gesetzt werden. Manches ist unwichtiger und sollte zwar liebevoll, aber weniger aufdringlich gestaltet werden. Eine Konversion, auf die jede Website am Ende aus ist, kann nur so erzeugt werden.

Freiraum (Whitespace) ist nötig. Er gibt dem Besucher Platz um zu atmen und hilft, ihn nicht in der puren Masse aus Information zu erdrücken.

Text

Natürlich ist es gut den Anspruch zu haben, die umfangreichsten Texte zu liefern. Doch je nach Art der Website ist die Lesebereitschaft des Besuchers äußerst begrenzt. Bei der Textlänge darf nicht übertrieben werden. Zum Glück gibt es durch Verlinken die Möglichkeit Texte zu teilen.

Multimedia

Im Grunde gelten hier die gleichen Regeln: Den Besucher nicht in der Bilderflut ertrinken lassen. Ein kleiner Farbspritzer im Text genügt ihm zur Erfrischung oft schon. Von ihr gestärkt wird er sich durch deine Website kämpfen.

Ein besonders schönes Beispiel sind die Icons von Social-Bookmark-Diensten. Es ist total ineffektiv viele von ihnen einzubinden. Statt den Besucher mit hunderten dieser kleinen Icons zu bewerfen, legt man ihm besser ein oder zwei von denen zurecht, die wirklich genutzt werden.

Technik

Auch in technischer Hinsicht ist weniger oft mehr. Je simpler sie ist, desto mehr potentielle Nutzer hat sie. Deshalb, wo es geht: Flash durch JavaScript und JavaScript durch CSS ersetzen. Obwohl Ajax ein ganz tolles Modewort ist, tut es HTML meist auch.

Die Geschwindigkeit, die durch die Einsparung gewonnen werden kann, wird in Zukunft ein tolles Feature sein. Ich freue mich auf das wahre Echtzeit-Web ohne jede Verzögerung.

Vorteile von gutem Webdesign

Am Ende hat gutes Webdesign viele Vorteile. Den Besucher informieren oder unterhalten, ihn zu einem Kunden machen – all das ist möglich. Natürlich braucht es etwas Übung, die Prinzipien Liebe zum Detail und Keep it simple zu vereinen. Doch je stärker sie angewendet wurden, desto effektiver die Website.

Besonders praktisch: Durch ihre Gegenläufigkeit wird der Arbeitsaufwand beschränkt und mir günstiges Webdesign ermöglicht. ;)

Wie siehst du das? Völlige Zustimmung, oder sehe ich das nicht doch viel zu einfach? Auch Fragen sind in den Kommentaren gerne gesehen.


Abonnieren 10 Kommentare:
  1. Schöner Artikel und Zustimmung zum Widerspruch.

    Ich persönlich tendiere zum KISS-Prinzip (Keep it small and simple).

    Letztendlich sollte aber bei der Abwägung zwischen den beiden widersprüchlichen Regeln der Adressat entscheidend sein.

    Beispiel: Ein Website einer Rockband darf, ja muss geradezu Videos, mp3-Dateien und Flash beinhalten. Eine reine auf Informationsvermittlung ausgerichtete Seite tendenziell eher nicht.

    Auch bevorzuge ich den Einsatz von CSS gegenüber JavaScript, wo möglich.

  2. Hallo Dieter,
    Danke für deinen guten Kommentar. Die Zielgruppe ist ein gutes Stichwort. Allerdings kann man das auch unter “Zweck erfüllen” abtun, dass eine Website eben auf die Zielgruppe ausgerichtet sein muss und dieser ein Produkt verkaufen oder sie unterhalten muss.

    Es stimmt aber, dass man bei einer jüngeren Zielgruppe z.B. mehr Grafikgeschütze auffahren darf, als bei einer älteren.

  3. schöner Beitrag :) Ein paar Do’s and Don’ts hatten den Artikel womöglich noch ein wenig griffiger gemacht.

    Zu Dieter muss ich loswerden: Das Akronym KISS gefällt mir als “Keep it simple, stupid.” deutlich besser :D

  4. Oh, vielen Dank, Kai! Tipps sind höchst willkommen. Werde ich mir merken und beim nächsten mal konkreter werden, wenn ich mich an so einen “Analyseartikel” mit ultimativen Erkenntnissen versuche. :D Aber das wird sicher nicht der letzte Post zum Thema “gutes Webdesign” gewesen sein.

    Zu KISS könnte man noch den Simyo Werbespruch bringen: “Weil einfach einfach einfach ist.”

  5. Hallo zusammen,
    bin durch Zufall auf diesen Artikel gestoßen. Ich würde auch sagen, dass die Zielgruppe der wichtigste Faktor ist, außerdem sollte man ein Webdesign an das Corporate Design der Firma anlehnen.

    Man sollte allerdings nicht nur auf gutes Design achten sondern auch auf Benutzerfreundlichkeit der Webseite. Wenn sich ein Besucher nicht zurechtfindet dann wird er die Webseite verlassen egal wie gut sie aussieht.

  6. Man sollte allerdings nicht nur auf gutes Design achten sondern auch auf Benutzerfreundlichkeit der Webseite.

    Gutes Design ist benutzerfreundlich! ;-)

  7. @Simon: leider ist “gutes Design” ein sehr subjektiver Ausdruck und wird von vielen mit “schönes Design”, sprich Design mit möglichst aufwändigem grafischem Firlefanz, gleichgesetzt. Das führt dann zu völlig überladenen Websites, auf denen man die Hauptnavigation erst nach ausgiebigem Suchen findet und Ladezeiten, die jeden ernsthaften Besucher in die Flucht treiben.

    Ich persönlich setze die Prioritäten beim Design wie folgt: Benutzerfreundlichkeit > Barrierefreiheit > Ästhetik > Kosten

  8. @EchoStudios

    Ich würde sagen, dass wichtigste am Design ist wohl, dass es das Produkt verkauft.

  9. @ Ntagas: Genau das sagte Simon ja bereits im Artikel. Unter dem Punkt ‘Design’ (gleich neben dem Google-Screenshot) steht geschrieben:
    “Doch ein professionelles Webdesign sollte den Besucher leiten.”

    Ich finde übrigens das Anbringen des Google-Designs hier sehr gelungen. Das bringt es auf den Punkt. Klar, übersichtlich, einfach zu handhaben, jeder weiß, wie die Seite zu nutzen ist. =>Über 80% der Internetnutzer nutzen Google als Startseite.

    Dabei bin ich mir sicher, dass das Design von Google (auch wenn sehr einfach) nicht gerade billig war…

  10. Gerade den Keep-it-Simple Aspekt finde ich wichtig – er spart Arbeit, ist im Hinblick auf den modernen Usibility Wert immens wichtig und verhilft eine zügige Umsetzung / Programmierung der Webseite. In diesem Sinne – KISS – Keep it Simple and Stupid.

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