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7 Tipps von Print-Designern für Webdesigner

Außerhalb des eigenen Design-Schwerpunktes, lassen sich leicht ein paar Tipps und Tricks lernen. Deshalb sprechen wir heute über 7 Tipps von Print-Designern für Webdesigner. Egal, ob du jemals mit Print-Design beschäftigt warst oder nicht, dieser Gastartikel liefert tolle Ideen, die du gerne in nächstem Design wahrnehmen kannst.

Print vs. Web

Als Print- und Web-Designer kenne ich die Stärken und die Schwächen von beider Seiten und auch welche Herausforderungen sich in beiden Bereichen dem Designer stellen.

Ich sage nicht, dass Print Designers größere Kenntnissen oder einen schwierigeren Job als Webdesigner haben. Dieser Beitrag ist über die Lektionen, die vom Print-Design gelernt werden können. Trends und Techniken unterscheiden sich stark in den verschiedenen Design-Bereichen – wer sich außerhalb seiner Komfortzone bewegt, kann von der anderen Branche viel lernen.

Also, lassen wir uns von RGB und CMYK abstrahieren und wie ein Print Designer denken.

#1 Markenkraft

Corporate-Design von Coca Cola

Corporate-Design von Coca Cola

Manchmal sind Webdesigner anfällig für die Annäherung an ein Design mit einem begrenzten Fokus, das nicht über den Browser hinaus denkt. Es ist leicht, die Website-Gestaltung für den Kunden isoliert zu betrachten. Jedoch ist die Webseite für das Geschäft vieler Kunden das einzige Gesicht zur Welt. Das Design der Website hat daher eine entscheidende Bedeutung bei der Entwicklung der Corporate Identity eines Geschäfts (seine Marke).

Print-Designer müssen entweder eine einzigartige Identität erstellen, in einer strengen bestehenden Marke arbeiten, oder Ideen entwickeln, wie man die Marke je nach neue Herausforderungen weiterentwickeln kann. Im Gegensatz dazu konzentrieren sich Webdesigner oft auf Standard-Interface-Elemente wie Buttons, Icons und Navigationsleisten, die fast genau so aussehen, wie die Elemente auf tausend anderen Webseiten.

Die Marke erweckt das Business zum Leben. Es macht es wirklich und leicht erkennbar und erzählt die Grundsätze, Ziele und Stärken des Unternehmens. Dieser Prozess beginnt mit einem Logo, erstreckt sich weit über die Farben, Schriftarten, Messaging und Psychologie. Letzteres ist die Basis für alles, was das Unternehmen erstellt: von TV-Werbung bis zum Kugelschreiber.

Wenn du das nächste Mal eine Webseite ohne Markenausrichtung gestaltest, solltest du Wert auf die Psychologie der Gestaltung legen. Wenn du eine Webseite übergibst, solltest du eine schriftliche Erklärung über die Absichten des Designs zusammen mit einigen Vorschlägen, wie die Marke weiter durch andere Materialien zu entwickeln ist, machen.

#2 Zielgruppe

Dies kommt besonders von der Marketing-Seite des Print-Designs. Bei der Erstellung einer gedruckten Werbung soll man sich fragen: “Wer ist meine Zielgruppe?” Mit anderen Worte, wen möchtest du gerne ansprechen und auf wen möchtest du Einfluss durch diese Werbung ausüben?

Zugegeben, die hohe Spezialisierung führt zu einer stark reduzierte Zahl Menschen, die die potentiellen Käufer Ihres Produkts sein können.

Wahrscheinlich fragst du dich: “Passt nicht jeder zu meiner Zielgruppe? ” Das ist jedoch für fast jeden Service, Produkt oder Webseite nicht richtig. Zum Beispiel, sind Webdesigner und deren Kunden die Zielgruppe dieser Seite. Jeder wird ermutigt sie zu lesen, aber der Inhalt wurde speziell für diese Zielgruppe bedacht. Im Vergleich zu Facebook hat diese Webseite einen ziemlich schmal und leicht identifizierbaren Fokus, aber auch FB hat seine eigene Zielgruppe.

Man kann sagen, dass Facebook für Menschen, die immer mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben möchten, ist. Sie grenzen diese Unterscheidung weiter ein: die Benutzer-Demografie-Informationen zeigt an, wer die Webseite am meisten und wer sie am wenigsten verwendet. Die Facebook-Designer konzentrieren sich dann auf die Strukturierung der Website, und passen sie den aktuellen Kundenbedürfnissen an.

Wenn du eine Webseite für einen Kunden gestaltest, solltest du die Optik nicht nach Lust und Laune gestalten. Stattdessen, solltest du genau überlegen, wer der Besucher der Webseite ist, um erfolgreich zu sein. du solltest ein zielgruppenorientiertes Design erstellen.

Bei diesen Überlegungen sollte ebenso die Demografie sowie die Psychologie eine Rolle spielen. Zur Demographie gehören Alter, Geschlecht und Ort, und unter Psychologie verstehen wir, Denkweise, Vorlieben und Gründe, warum der Besucher genau an diesem Produkt interessiert ist.

#3 Kürze & begrenzter Platz

Eine Webseite und eine Seite sind zwei völlig verschiedene Dinge, die jeweils einzigartige Herausforderungen und Chancen mit sich bringen. Zum Beispiel lässt sich eine Webseite fast grenzenlos erweitern und mit mehr Inhalt befüllen. Wenn du etwa 1500 Wörter und 27 Bilder verwenden willst, um zu erzählen, worum es geht, dann kannst du das gerne machen.

Druckmaterialien verhalten sich ganz anders, weil sie durch die Größe begrenzt sind. Es gibt kein Scrollen oder Inhalte in Slideshows, nur ein paar Zentimeter Papier. Dank der Arbeit mit Einschränkungen versteht der Print-Designer die Notwendigkeit nur das Wichtigste zu sagen.

Beim Schreiben für das Web solltest du trotz unbegrenztem Speicherplatz die Informationen verkürzen. Dies gilt insbesondere für Online-Diensten oder Web-Anwendungen, die eine schnelle “worum geht es hier geht”-Nachricht auf der Startseite anzeigen. In solchen Fällen sollte man längere detaillierte Anweisungen und Informationen an anderer Stelle auf der Website platzieren, um für eine reine Homepage zu sorgen.

Teile bei der Erklärung einer komplexen Webseite alles in drei Schritte. Dank der magischen Zahl wirkt die Erklärung für Besucher weniger kompliziert und leichter zu verstehen.

#4 Klügeres Design ist das bessere Design

Es gibt zwei Tendenzen von Print-Designer, die nur selten ihren Weg ins Webdesign finden: Humor – dazu später mehr – und die Kunst der Klugheit. Klug zu sein, heißt nicht ein Komiker oder ein Genie sein, sondern ein wenig Witz in das Design zu stecken. Die folgende Print-Werbungen zeigen genau, was ich meine.

Witz und Klugheit in Werbung

Diese Werbungen sind nicht wirklich lustig und nur einige Leute lachen davon. Dank der Formen findet man sie aber einfach amüsant. Es war die “kluge” Entscheidung Pommes Frites in Wifi und Feuerwerk in einen Bonbon zu drehen. Dieser kleine Trick wertet die Werbung visuell auf und Menschen schauen sie gerne an.

Webdesign soll auch solche Witze erhalten. Dein Ziel als Designer ist Webseiten attraktiv genug zu machen, damit die Besucher länger bleiben wollen. Wenn du Witz zu deinem Design-Arsenal hinzufügst, verlängerst du nicht nur Zeit, die Besucher auf einer Seite verbringen, sondern erhöhst auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Besucher die Website mit jemand anderem teilt.

#5 Warum ist so ernst?

Humoristische Werbung mit asymmetrischem Gesicht

Humoristische Werbung mit asymmetrischem Gesicht

Der zweite Trend, den man in Print-/TV-Werbung sehen kann, besteht aus Humor, um die Zuschauer zu engagieren. Aus irgendeinem Grund nehmen sich die meisten Webseiten zu ernst. Ein wirklich nützlicher Online-Dienst, dessen Webseite die Besucher zum Lachen bringt, ist leider eine seltene Art.

Trotz der angegeben Idee, dass in der Kürze die Würze liegt, lohnt es sich manchmal Spaßiges einzufügen. Die Werbetreibenden wissen, dass jeder es liebt zu lächeln und dass man mit gutem Humor viel erreichen kann. Diese Grundidee solltest du unbedingt bei der Gestaltung einer neuen Website beachten.

Bei Ads Of The World kannst du die endlose lustige Anzeigen durchsuchen und überlegen, wie du Humor in dem nächsten Webdesign-Projekt einziehen lassen kannst.

#6 Der Wert guter Fotos

Professionelles Foto eines Fahrrads für Werbekampagne

Professionelles Foto eines Fahrrads für Werbekampagne

Print-Designer verwenden in ihren Designs am meisten Stock-/Kundenfotografie. Oft ist das Foto nicht nur ein Element eines Designs, sondern das gesamte Design.

Wenn du eine Website gestaltest, die nicht viele UI-Elemente braucht, dann kannst du die Fotografie als Hauptgestaltungselement nutzen. Es sieht nicht nur sehr gut, wenn die Fotos groß genug sind, sondern macht es viel einfacher eine attraktive Webseite von Grund auf zu gestalten.

Schnappe Dir Design-Inspiration direkt aus dem Foto mit dem du arbeitest! Mit der Pipette kannst du die Farben aus dem Bild ziehen. Die Schriftarten sollten die Stimmung der Szene entsprechen.

In einigen meiner Lieblings-Webdesigns gibt es keine Farbverläufe, Schatten, Glanz und Symbole, die so häufig in Web-Design verwendet werden. Am besten verwendest du deine eigenen Bilder. Wenn du wenig Zeit, Erfahrung oder Ausrüstung hast, kannst du gerne bei Flickr Creative Commons or SXC einige gartis Fotos für die Website aussuchen.

#7 Interaktivität schätzen

Die letzte Lektion, die du von Print-Designern lernen solltest, ist es, zu schätzen, was dir an Tools für deine Arbeit bereitsteht. Trotz Komplikationen, endloser Fehlerbehebung, Normen und Grenzen ist das Web der beste Arbeitsplatz für Designer.

Mehr als sechs Jahren war ich Print-Designer, aber ich verliebte mich sofort in Webdesign, sobald ich es lernte. Im Vergleich zu Print ist das Web magisch. Sachen wie Hover-Effekte, durchlaufende Bilder, und die Möglichkeit bestimmten Inhalt zu verstecken/anzuzeigen waren für mich Grund genug, das Print-Design zu verlassen.

Obwohl Print-Design in meinem Leben eine wichtige Rolle spielt, weil ich dort meine Reise als Designer begann, ist das Web für mich ein Bereich, in dem unendlich viel Potenzial liegt. Das Web bringt die Interaktion mit Besuchern, die dir kein Papier und keine Tinte geben können. Behalte immer den Reichtum der Werkzeuge, mit denen du im Webdesign arbeitest im Auge und nutze sie um deine Webseiten zu einem magischen Ort zu machen.

Autor

Helen Bailey ist eine Designerin im Team von Template-Monster. Sie schreibt Artikel rund um Webdesign und bloggt über Nachrichten sowie Freebies von templatemonster.com und Anderen.


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